No Pride for some of us without liberation for all of us
Unser klares Bekenntnis zu LGBTIQ+ Rechten basiert auf dem unumstößlichen Fundament von Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Wir erkennen die Vielfalt und den Reichtum der menschlichen Identität an und setzen uns unermüdlich für die Gleichstellung und Anerkennung aller Individuen ein, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität oder ihren Geschlechtsmerkmalen. Als junge Sozialdemokrat*innen sind wir überzeugt, dass jeder Mensch das Recht hat, selbstbestimmt zu leben, ohne Angst vor Diskriminierung, Stigmatisierung oder Gewalt.
Wir verfolgen einen inklusiven und partizipativen Weg, der darauf abzielt, die Stimmen und Perspektiven von LGBTIQ+ Personen zu stärken und engagieren uns aktiv für den Dialog, die Bildung und die Sensibilisierung innerhalb unserer eigenen politischen Bewegung, wie auch in der gesamten Gesellschaft, um Bewusstsein für LGBTIQ+ Themen zu schaffen und Vorurteile abzubauen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, diskriminierende Strukturen und Praktiken zu erkennen und zu bekämpfen, um eine inklusive Umgebung zu schaffen, in der sich alle Mitglieder der Gesellschaft akzeptiert, respektiert und unterstützt fühlen.
Unser Einsatz für LGBTIQ+ Rechte ist ebenso eng verbunden mit unseren sozialen, wirtschaftspolitischen und gesellschaftlichen Visionen – in den Worten der Stonewall-Vorkämpferin Marsha P. Johnson: “No Pride For Some of Us Without Liberation For All of Us!” Als Junge Generation in der SPÖ verpflichten wir uns, ein Vorbild in der Förderung von LGBTIQ+ Rechten zu sein und setzen uns dafür ein, dass diese Prinzipien in allen Bereichen unserer Arbeit, Politik und Interaktionen mit der Gemeinschaft widergespiegelt werden.
Politische Teilhabe und Inklusion von LGBTIQ+ Personen
In Österreich spielte die Sozialdemokratie eine entscheidende Rolle bei der Förderung von LGBTIQ+ Rechten und der Bekämpfung von Diskriminierung und Stigmatisierung. Durch politisches Engagement, Bildungsinitiativen und Zusammenarbeit mit der LGBTIQ+ Gemeinschaft und anderen Organisationen hat die Sozialdemokratie einen positiven Einfluss auf die Förderung von LGBTIQ+ Rechten und die Schaffung einer inklusiveren Gesellschaft gehabt.
Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass LGBTIQ+ Personen gleiche Rechte, Chancen und Repräsentation in der Politik erhalten. Dies umfasst die rechtliche Gleichstellung durch Anti-Diskriminierungsgesetze und Anerkennung von Geschlechtsidentitäten. Als Junge Generation fördern wir zudem die Kandidatur von LGBTIQ+ Personen für verantwortungsvolle Positionen durch Netzwerke, Mentoring und Ressourcen.
Wir arbeiten auch aktiv an der Einbindung von LGBTIQ+ Organisationen und Aktivist*innen in Entscheidungsprozesse und fördern den Dialog mit politischen Parteien und NGOs, um inklusive und gerechte Politik zu entwickeln und die Sichtbarkeit der Community, die bis zu 10 Prozent der Bevölkerung umfasst, zu gewährleisten.
Internationale Zusammenarbeit und Solidarität für LGBTIQ+ Rechte
Als Junge Generation betonen wir die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit und Solidarität für den Schutz und die Förderung von LGBTIQ+ Rechten. Die Europäische Union erachten wir als Vorreiterin in diesem Bereich, unterstützen jedoch verstärkte Maßnahmen zur Sicherung der Rechte in allen Mitgliedstaaten – besonders dort, wo sie bedroht sind. Wir setzen zudem auf den Austausch bewährter Praktiken und die Unterstützung von LGBTIQ+ Organisationen durch die EU.
Wir sind stets wachsam und warnen vehement vor möglichen Rückschritten bei den LGBTIQ+ Rechten und sprechen uns klar gegen Einschränkungen dieser Rechte aus. In diesem Sinne sehen wir Österreich und andere EU-Länder in der Pflicht mit progressiven Kräften, NGOs und internationalen Partner*innen zusammenzuarbeiten, um Gleichstellung, Toleranz und Respekt zu fördern. Durch die internationale Mobilisierung junger Menschen sowie verstärkte Bildung und Sensibilisierung streben wir eine inklusive und gerechte Gesellschaft an und setzen uns entschlossen gegen rechtspopulistische Bestrebungen ein.
Queere Gesundheit
Als Junge Generation setzen wir uns für eine grundlegende Reform des österreichischen Gesundheitssystems, um die Versorgung der LGBTIQ+ Community zu verbessern. Viele queere Menschen in Österreich vermeiden aufgrund von Diskriminierungserfahrungen oder Angst davor den Zugang zum Gesundheitssystem. Besonders betroffen sind transidente, intergeschlechtliche und nicht-binäre Personen, die häufiger verbale Gewalt oder die Verweigerung von Behandlung erleben.
Wir setzen uns dafür ein, dass kein Mensch aufgrund seiner sexuellen Identität oder Orientierung schlechter behandelt wird. Um das zu erreichen, erachten wir eine strukturelle Verankerung von Gender und Geschlechtsidentität als Themen im Medizinstudium für dringend notwendig. Zusätzlich braucht es verpflichtende Schulungen für bereits praktizierende Ärzt*innen, um Vorurteile abzubauen und die Qualität der Betreuung zu verbessern. Der Zugang zu geschlechtsangleichenden Behandlungen, von der Beratung über psychosoziale und medizinische Betreuung bis hin zu operativen Eingriffen, soll in ganz Österreich flächendeckend gewährleistet sein.
Auch die sexuelle Gesundheit ist für uns von zentraler Bedeutung. Daher setzen wir uns für kostenlose Test- und Behandlungsmöglichkeiten für sexuell übertragbare Infektionen (STIs) in allen Regionen sowie ein bundesweites STI-Monitoring ein. Darüber hinaus soll es ein gesetzliches Verbot für medizinisch nicht notwendige Operationen an intergeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen geben, um deren körperliche Selbstbestimmung zu schützen. Wir streben auch die Schaffung eines bundesweiten Kompetenzzentrums für queere Gesundheit an, das durch Ausbildung, Fortbildung und Vernetzung medizinischer Fachkräfte die Qualität und Sensibilität in der Versorgung nachhaltig verbessert.
Gewaltschutz
Die steigende Zahl an Gewaltverbrechen in Österreich macht den Schutz der LGBTIQ+ Community dringender denn je. Der umfassende Schutz vor Diskriminierung, das Verbot von Konversionstherapien und gesetzliche Regelungen zum Schutz intergeschlechtlicher Kinder fehlen nach wie vor. Darüber hinaus erschweren die Intransparenz des Innenministeriums bei der Berichterstattung über Hasskriminalität und zunehmende rechte Angriffe auf trans* Personen die Lage zusätzlich. Österreich bildet im Vergleich mit anderen europäischen Ländern sogar das Schlusslicht bei der Gleichstellung. Wir kämpfen daher für einen nationalen Aktionsplan gegen Hass und Gewalt, ein vollständiges Verbot von Diskriminierung und Konversionstherapien, Schutz vor medizinisch unnötigen Eingriffen an intergeschlechtlichen Kindern, sowie die Einrichtung einer bundesweiten Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ+ Personen und eine gesicherte Finanzierung queerer NGOs, die als wichtige Anlaufstellen.
Bildungs-/Sensibilitätsarbeit und Vernetzung
Wir betonen die Wichtigkeit von Bildung über geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in Schulen, um Vorurteile abzubauen und die Selbstbestimmung von LGBTIQ+ Personen zu stärken. Ein inklusives Schulumfeld fördert soziale Sicherheit und hilft queeren Kindern und Jugendlichen, sich akzeptiert zu fühlen, wodurch psychische Belastungen und Suizidalität reduziert werden. Dafür sollen Lehrpersonen speziell im Umgang mit queeren Themen geschult werden, und sichere Räume für FLINTA* und LGBTIQA+ Schüler*innen geschaffen werden, unterstützt durch Ansprechpersonen zur Diskriminierungsprävention. Zudem fördern wir als Sozialdemokrat*innen die Vernetzung von LGBTIQA+ Organisationen, um eine starke Gemeinschaft aufzubauen, die sich für die Rechte und das Wohl dieser Menschen einsetzt.
Als Junge Generation setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen ihre Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung ohne Angst vor Diskriminierung leben können. Der Staat soll Beratungsangebote für queere Personen sichern und ihre Sicherheit garantieren. Die JG steht solidarisch mit Transpersonen und fordert eine vereinfachte, würdige Personenstandsänderung. Drag ist Kunst und Drag Queens leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag daran, die Gesellschaft inklusiver und bunter zu machen und haben deshalb unsere gänzliche Unterstützung. Wir stellen uns immer solidarisch Seite an Seite mit queeren Personen gegen rechten Hass und Hetze.