Für einen gesunden Planeten – für unsere Zukunft

Der Klimawandel stellt eine der zentralen Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit dar. Insbesondere junge Menschen erleben, wie politische Entscheidungen die Lebensgrundlagen künftiger Generationen gefährden. Eine wirksame Klimapolitik muss daher umfassend, gerecht und transformativ gestaltet sein, um die Welt zukunftsfähig zu machen.

 

Klimagerechtigkeit und soziale Verantwortung

Der Klimawandel ist nicht nur eine ökologische Herausforderung, sondern vor allem ein Problem sozialer Gerechtigkeit. Die derzeitige politische Landschaft setzt weiterhin auf Wirtschaftswachstum als obersten Erfolgsindikator, was die langfristige Sicherheit der Bevölkerung vernachlässigt. Diese Fixierung auf kurzfristige Gewinne führt dazu, dass die Interessen junger und zukünftiger Generationen ignoriert werden. Besonders in urbanen Gebieten leiden Menschen in den weniger wohlhabenden Vierteln am meisten unter der Luftverschmutzung durch motorisierten Individualverkehr und der Hitzeentwicklung im Sommer, dem sogenannten „Backofen-Effekt“. Jene, die nicht die Mittel haben, in klimatisierten Wohnungen oder Wochenendhäusern auf dem Land Zuflucht zu finden, sind den Folgen schutzlos ausgeliefert.

Eine klimagerechte Politik muss daher soziale und ökologische Anliegen vereinen. Eine sozial gerechte CO2-Bepreisung, die nicht nur auf Einnahmeerzielung abzielt, sondern eine echte Lenkungswirkung entfaltet, ist unverzichtbar. Diese Steuer muss so gestaltet sein, dass Menschen mit geringem Einkommen entlastet und negative soziale Effekte vermieden werden. Die Mittel aus einer solchen Steuer sollten direkt in nachhaltige Projekte und Technologien reinvestiert werden, die die Umstellung auf eine emissionsarme Gesellschaft erleichtern.

Die österreichische Sozialdemokratie hat ökologischen Anliegen schon lange einen hohen Stellenwert eingeräumt, jedoch wurde dies in der Praxis nicht immer konsequent umgesetzt. Wo ökologische und ökonomische Anliegen im Konflikt standen, wurde dem Wirtschaftswachstum oft Vorrang gegeben. Diese Priorisierung muss zugunsten einer sozial verträglichen und ökologischen Transformation umgekehrt werden, die den Erhalt unserer Lebensgrundlagen als oberste Priorität behandelt.

 

Lokales Handeln und globale Verantwortung

Klimaschutz wird oft als globale Aufgabe verstanden, was eine wichtige Perspektive ist, die jedoch nicht dazu dienen darf, nationale Anstrengungen zu unterlassen. Treibhausgasemissionen wirken sich nicht nur global aus, sondern haben auch lokale Effekte wie Luftverschmutzung und Gesundheitsprobleme. Deswegen ist es entscheidend, dass Klimapolitik lokal ansetzt und konkrete Maßnahmen ergreift, die sowohl den nationalen als auch den EU-weiten Klimazielen entsprechen. Österreich soll eine Vorreiterrolle einnehmen und bis 2040 CO2-neutral werden. Um dies zu erreichen, müssen umweltschädliche Technologien höher besteuert und umweltfreundliche Innovationen gezielt gefördert werden.

Ein integrativer Ansatz, der Klimaschutz mit lokalen Verbesserungen verknüpft, sorgt nicht nur für globale Nachhaltigkeit, sondern trägt unmittelbar zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Wir wollen daher, dass ökologische und soziale Fragen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern gemeinsam gelöst werden. Es ist essenziell, dass Umweltpolitik im Sinne der Bevölkerung gestaltet wird, damit alle Menschen das Recht auf eine intakte Umwelt wahrnehmen können.

Klimatransformationsfonds und öffentliche Infrastruktur

Um den notwendigen Wandel zu finanzieren, ist die Einrichtung eines Klimatransformationsfonds entscheidend. Dieser Fonds, wie im Wahlprogramm der SPÖ und von Andreas Babler vorgeschlagen, soll umfangreiche Mittel bereitstellen, um die Dekarbonisierung der Industrie, den Ausbau erneuerbarer Energien und soziale Abfederungsmaßnahmen zu unterstützen. Der Fonds soll dazu beitragen, strukturelle Veränderungen in Richtung Klimaneutralität zu ermöglichen, ohne dass sozial benachteiligte Gruppen durch die Kosten der Umstellung belastet werden. Konkret sollen aus diesem Fonds Projekte wie die thermische Sanierung von Wohngebäuden, der Ausbau umweltfreundlicher Verkehrsnetze und die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich der erneuerbaren Energien finanziert werden. So können wirtschaftliche Transformation und sozialer Ausgleich Hand in Hand gehen.

Darüber hinaus spielt die öffentliche Infrastruktur eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung des individuellen Ressourcenverbrauchs. Ein gut ausgebauter öffentlicher Verkehr reduziert den motorisierten Individualverkehr und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ebenso wichtig sind kommunale Dienstleistungen und öffentlich zugängliche Naherholungsräume, die zur Lebensqualität beitragen. Der Schutz der Umwelt als öffentliches Gut ist daher ein zentrales Anliegen. Dazu gehört, dass öffentliche Ressourcen nicht privatisiert werden und das Vorsorgeprinzip bei neuen Technologien konsequent angewendet wird.

 

Verantwortungsvoller Umgang mit Energie

Energie ist ein Schlüsselthema, das als zusammenhängendes System betrachtet werden muss. Ziel ist es, die Versorgung zu sichern und gleichzeitig den Energieverbrauch zu senken. Digitalisierung und technologischer Fortschritt bieten Möglichkeiten, den Energieverbrauch effizienter zu gestalten. Der Ausbau erneuerbarer Energien muss durch eine politische Verantwortung für die Infrastruktur begleitet werden. Atomkraft bleibt dabei ausgeschlossen, da sie hohe Risiken birgt und nachfolgende Generationen mit dem Problem des Atommülls belastet. Österreich soll sich daher auch international für einen Ausstieg aus der Atomenergie einsetzen und den Einkauf von Atomstrom vermeiden.

 

Nachhaltige Landwirtschaft

Eine nachhaltige Landwirtschaft ist essenziell für eine gesunde Ernährung und den Schutz der Umwelt. Die Förderung der biologischen Produktion, traditioneller Anbauweisen und kleinstrukturierter Betriebe trägt zur Erhaltung der Biodiversität und zur Sicherstellung regionaler Lebensmittelversorgung bei. Landwirtschaftliche Praktiken müssen bodenschonend gestaltet und der Einsatz von Pestiziden minimiert werden. Ökologische und soziale Kriterien sollten die Grundlage für die Vergabe von Landwirtschaftsförderungen bilden. Der hohe Stellenwert gesunder Böden ist ein zentrales Anliegen einer zukunftsorientierten Landwirtschaft. Die Zerstörung fruchtbarer Böden muss minimiert und bodenschonende Produktionskonzepte entwickelt werden.

Tierschutz und Naturschutz

Der Schutz von Tieren und die Erhaltung der Natur sind zentrale Anliegen für eine nachhaltige Zukunft. Die Würde und das Wohlergehen der Tiere müssen gewahrt bleiben, insbesondere in Bereichen wie Haltung, Pflege und Transport. Tierschutz muss in Einklang mit ökologischen und sozialen Zielen stehen und darf nicht wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden. Dazu gehört auch ein Verbot unnötiger Praktiken wie exzessiver Einsatz von Plastik oder schädlicher Technologien.

Ein weiteres Schlüsselthema ist die Renaturierung von Flächen, wie sie erfolgreich in Wien umgesetzt wurde. Renaturierung kann dazu beitragen, Ökosysteme zu revitalisieren, die Biodiversität zu schützen und das städtische Klima zu verbessern. Projekte zur Wiederherstellung von Grünflächen und die Schaffung von Lebensräumen für Tiere sind essenziell, um den negativen Effekten der Urbanisierung entgegenzuwirken.

 

Klimawandel, Klimakrise, Klimadiplomatie

Österreich kann den Klimawandel nicht alleine bewältigen. Eine globale Krise erfordert eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Staaten. Wir setzen daher auf internationale Zusammenarbeit und befürworten die Stärkung multilateraler Abkommen sowie die aktive Teilnahme Österreichs an internationalen Initiativen zur Bekämpfung des Klimawandels. Gleichzeitig stehen wir für eine Klimadiplomatie, die auf Dialog, Kooperation und Wissens- und Technologietransfer beruht.

Der Klimawandel stellt eine der wesentlichsten sicherheitspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte dar. Dabei gilt es, sich einerseits an dessen unausweichliche Folgen anzupassen, und ihn andererseits bestmöglich zu bekämpfen, um das 1,5-Grad-Ziel jedenfalls einzuhalten. Nur durch das Erreichen dieses Pariser Klimaziels ist es möglich, die Folgen des Klimawandels erfolgreich einzudämmen. Die EU ist hierbei gefordert, international mit ihren Partnern darauf hinzuarbeiten, dieses Ziel einzuhalten. Das betrifft auch neue Infrastruktur wie Kraftwerke und Schienennetze, die möglichst resilient zu planen sind.