Arbeitsmarkt-
politik für die Vielen – nicht die Wenigen
Die Junge Generation tritt für eine Arbeitswelt ein, die von Solidarität, Gerechtigkeit und Inklusion geprägt ist. Wir wollen, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, ihre Fähigkeiten einzubringen und von ihrer Arbeit zu profitieren. Unser Ziel ist es, eine Gesellschaft zu schaffen, in der das Wohl der Menschen an erster Stelle steht und die Arbeitswelt nicht allein durch wirtschaftliche Interessen bestimmt wird. Der Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne ist dabei zentral, denn alle Menschen sollen die Chance haben, von ihrer Arbeit gut zu leben und sich sicher zu fühlen.
Dazu gehören auch die Arbeitszeitverkürzung, zusätzliche Urlaubstage und Maßnahmen zur Lohntransparenz, um Diskriminierung und den Gender Pay Gap zu verringern. Der technologische Wandel bringt neue Formen der Arbeit mit sich, die oft prekäre Beschäftigungen begünstigen – diese wollen wir durch klare gesetzliche Rahmenbedingungen verhindern. Für uns steht fest, dass moderne Arbeitsverhältnisse den Menschen Sicherheit und Perspektiven bieten müssen, unabhängig davon, ob es sich um Festanstellungen oder flexible Arbeitsformen handelt.
In einer digitalisierten und globalisierten Welt möchten wir sicherstellen, dass Mitbestimmung und der Schutz sozialer Rechte im Arbeitsleben fest verankert sind. Unsere Forderungen sollen zu einer Arbeitswelt beitragen, in der alle eine gerechte Chance und eine gesicherte Zukunft haben. Als sozialdemokratische Bewegung setzen wir uns dafür ein, dass Solidarität, Gerechtigkeit und Mitbestimmung die Grundwerte der Arbeitswelt bleiben – für eine faire und menschliche Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird.
Weniger Arbeit, mehr Life
Angesichts der technologischen Fortschritte und gestiegenen Produktivität der letzten Jahrzehnte fordern wir als Junge Generation eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitszeitverkürzung stellt nicht nur eine angemessene Reaktion auf den technischen Wandel dar, sondern fördert auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Durch mehr Freizeit erhalten Arbeitnehmer*innen die Möglichkeit, ihre sozialen Beziehungen und persönlichen Interessen zu pflegen, was letztlich auch der psychischen und physischen Gesundheit zugutekommt.
Für die Umsetzung dieser Maßnahme ist es entscheidend, dass der Lohnausgleich gewährleistet wird, um das wirtschaftliche Wohlergehen der Arbeitnehmer*innen zu schützen. Gerade in einer Zeit, in der die Arbeitswelt durch Flexibilisierung und hohe Leistungsanforderungen geprägt ist, setzen wir uns für eine faire Balance zwischen Arbeit und Privatleben ein. Unser Ziel ist eine Arbeitswelt, in der nicht nur die Produktivität zählt, sondern auch das Wohlbefinden und die persönliche Zufriedenheit der Beschäftigten.
Zusätzliche Erholungszeiten sind unerlässlich, um den steigenden Anforderungen der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden. Daher fordern wir eine zusätzliche Urlaubswoche für alle Arbeitnehmer*innen, unabhängig von Branche oder Position. Der zusätzliche Urlaub fördert nicht nur die persönliche Erholung, sondern stärkt auch die Produktivität und das allgemeine Wohlbefinden der Beschäftigten. Wir wollen eine humane Arbeitswelt, in der nicht nur gearbeitet wird, sondern auch das Leben im Mittelpunkt steht.
Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsplatz: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der Lohngleichheit, gerechte Arbeitsbedingungen und Anerkennung für alle Berufsfelder – insbesondere auch in den sogenannten typischen “Frauenberufen” – Realität werden. Wir Sozialdemokrat*innen setzen uns dafür ein, dass bezahlte und unbezahlte Arbeit zwischen den Geschlechtern gleich verteilt wird und dass gleicher Lohn für gleiche Arbeit Realität wird. Nur so können wir eine Arbeitswelt schaffen, die von Solidarität, Gerechtigkeit und Inklusion geprägt ist und in der jeder Mensch die gleichen Chancen und Bedingungen vorfindet. Dabei setzen wir uns besonders für Lohntransparenz, faire Verteilung der Care-Arbeit und die gleichberechtigte Karenz ein. Auch die Stärkung der Rechte von Sexarbeiter*innen sind uns ein Anliegen, um allen Menschen in der Arbeitswelt den Respekt und Schutz zu bieten, den sie verdienen.
Gender Pay Gap
Die Bekämpfung der Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen ist ein zentrales Anliegen der Jungen Generation. Frauen verdienen in Österreich noch immer weniger als Männer, und die Gründe für diesen Einkommensunterschied sind vielfältig. Schon bei der Berufswahl werden Frauen oft in soziale Berufsfelder gedrängt, die zwar gesellschaftlich wertvoll, jedoch schlechter bezahlt sind. Während technische Berufe oft besser honoriert werden und von Männern dominiert sind, arbeiten viele Frauen in Pflegeberufen oder der Kinderbetreuung, die geringere Löhne bieten. Um solche Rollenbilder aufzubrechen, ist eine aktive Förderung notwendig, die junge Frauen und Männer ermutigt, Berufsfelder unabhängig von Geschlechterrollen zu wählen. Darüber hinaus setzen wir uns für eine bessere Bezahlung in weiblich dominierten Berufsfeldern ein.
Ein wesentlicher Faktor hinter dem Gender Pay Gap ist die unterschiedliche Bezahlung bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit. Um die Lohnschere zu schließen, fordern wir mehr Lohntransparenz in Unternehmen sowie eine strengere Kontrolle der Gesetze gegen Lohndiskriminierung – nur so können wir sicherstellen, dass alle Mitarbeiter*innen fair entlohnt werden, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen Faktoren.
Care-Arbeit
Die Care-Arbeit von Frauen stellt das unsichtbare Rückgrat unserer Gesellschaft dar, da sie zwei Drittel der unbezahlten Arbeit leisten, die die Betreuung von Kindern, die Pflege von Angehörigen und die Haushaltsführung umfasst. Trotz der enormen Bedeutung dieser Tätigkeiten findet Care-Arbeit gesellschaftlich kaum Anerkennung, während sogar bezahlte Care-Berufe oft schlecht entlohnt werden. Diese strukturelle Unterbewertung spiegelt sich in prekären Arbeitsbedingungen wider und führt bei vielen Frauen zu Überlastung und Burnout. Um dieser Missachtung entgegenzuwirken, ist es unerlässlich, dass Care-Arbeit als unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft anerkannt wird. Wir fordern deshalb gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, die Schaffung qualitativ hochwertiger und kostenloser Betreuungseinrichtungen sowie eine generelle Arbeitszeitverkürzung, um es allen Menschen zu ermöglichen, sich gleichermaßen in der Fürsorgearbeit einzubringen, unabhängig von ihrem Geschlecht.
Die ungleiche Verteilung der Babykarenz verstärkt die Verantwortung der Frauen für die Kinderbetreuung und führt zu erheblichen beruflichen Nachteilen. In diesem Kontext ist die Karenzzeit ein zentrales Thema im Kampf für Gleichberechtigung. Wir setzen uns für eine verpflichtende Väterkarenz ein, um die elterliche Verantwortung gerecht zu verteilen. Eine gleichberechtigte Karenz ermöglicht Frauen neue Perspektiven im Berufsleben und stärkt zugleich die Rolle der Väter als aktive Bezugspersonen für ihre Kinder. Darüber hinaus fordern wir eine bessere finanzielle Absicherung während der Karenz sowie flexible Arbeitsmodelle, die den nahtlosen Übergang zurück ins Berufsleben erleichtern.
Die gesellschaftliche Geringschätzung von Berufen, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, ist besonders in den Bereichen Pflege, Bildung und Sozialarbeit evident. Trotz der systemerhaltenden und unverzichtbaren Arbeit, die Frauen in diesen Berufen leisten, sind Lohnunterschiede und eingeschränkte Aufstiegsmöglichkeiten Indikatoren für eine tief verwurzelte Diskriminierung. Diese Ungleichheit behindert nicht nur die individuelle Entfaltung von Frauen, sondern hemmt auch das gesellschaftliche Potenzial insgesamt. Daher erfordert es eine grundlegende Neubewertung der systemischen Bedeutung „typisch weiblicher“ Berufe, um die Gleichstellung der Geschlechter aktiv zu fördern und langfristig zu gewährleisten.
Sexarbeit
Die Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit sind von Stigmatisierung und rechtlicher Unsicherheit geprägt, die häufig zu Diskriminierung und Gewalt führen. Frauen und trans* Personen sind in diesem Berufsfeld überrepräsentiert und sehen sich oft gesellschaftlicher Ächtung ausgesetzt. Die Junge Generation fordert eine Legalisierung von Sexarbeit, die über die bloße Entkriminalisierung hinausgeht. Eine gesetzliche Anerkennung von Sexarbeit würde den rechtlichen Schutz der Betroffenen stärken und sicherstellen, dass sie Zugang zu Gesundheitsdiensten und Schutzmaßnahmen haben.
Um der Ausbeutung und dem Menschenhandel entgegenzuwirken, bedarf es einer klaren Abgrenzung zwischen legaler, freiwilliger Sexarbeit und Zwangsprostitution. Unterstützungsangebote wie Bildungs- und Ausstiegsprogramme sollen insbesondere jenen helfen, die eine andere berufliche Perspektive suchen. Ein Wandel in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Sexarbeit ist notwendig, um die Rechte der Menschen in diesem Berufsfeld zu schützen und sie vor Stigmatisierung zu bewahren.
Bekämpfung prekärer Arbeitsverhältnisse und Schutz für Selbstständige
Wir Sozialdemokrat*innen kämpfen für bessere Bedingungen und den Schutz aller Erwerbstätigen. Die Ausweitung prekärer Arbeitsverhältnisse erfordert Maßnahmen, um faire Bedingungen und Schutz für alle Erwerbstätigen zu gewährleisten. Besonders im Bereich der selbstständigen Arbeit ist eine klare Unterscheidung zwischen tatsächlicher Selbstständigkeit und unsicherer Abhängigkeit wichtig. Wir setzen uns daher für verbindliche Kriterien ein, die eine präzise Abgrenzung ermöglichen und sicherstellen, dass Auftraggeber*innen ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten nachkommen, zum Beispiel durch die Einführung verbindlicher Kriterienkataloge für verschiedene Branchen, um Standards für die Selbstständigkeit zu schaffen. Zudem muss die Sozialversicherungsprüfung gestärkt werden: Regelmäßige Überprüfungen und klare Richtlinien sollen sicherstellen, dass Selbstständige in die Sozialversicherungssysteme eingebunden sind. Die Pflichten und Haftung von Auftraggebern müssen klar definiert sein, um Schutz zu gewährleisten. Außerdem ist es wichtig Transparenz und Beratung zu fördern.
Wir bekämpfen Arbeitslosigkeit und nicht arbeitslose Menschen
Unser Ziel ist und bleibt Vollbeschäftigung. Auf dem Weg dorthin bedarf es einer teils radikalen Neuausrichtung unserer gewohnten Arbeitswelten. Wir Sozialdemokrat*innen wollen gute Arbeit für alle Menschen. Das bedeutet auch, dass wir Arbeitslosigkeit nicht akzeptieren. Alle haben das Recht auf Arbeit. Inklusion, also die Garantie guter Arbeitsverhältnisse für Menschen mit Behinderungen, ist entscheidend, damit alle Menschen ihre Fähigkeiten einbringen können. Der Kampf gegen die systematische Benachteiligung ganzer Gruppen am Arbeitsmarkt ist uns ein besonderes Anliegen.
Im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit streben wir die flächendeckende Einführung erfolgreicher Modelle an, die Langzeitarbeitslosen neue berufliche Perspektiven bieten. Maßnahmen wie individuelle Perspektivenpläne, Unterstützungsangebote und gezielte Lohnkostenförderungen für Unternehmen schaffen Anreize, Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Wir kämpfen entschlossen für bessere Bedingungen und den Schutz aller Erwerbstätigen.
Als junge Generation ist uns vor allem der Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit wichtig. Junge Menschen unter 25 Jahren sind in Krisenzeiten besonders stark betroffen, was ihre Zukunftschancen erheblich gefährdet. Deshalb fordern wir die Einführung einer Lehrplatzgarantie und einer Ausbildungsgarantie bis zum Alter von 25 Jahren. Diese Maßnahmen sichern jungen Menschen den Zugang zu fundierter Ausbildung und beruflichen Perspektiven. Zudem setzen wir uns für die Schaffung zusätzlicher Planstellen und Lehrstellen im öffentlichen Dienst ein. Überbetriebliche Ausbildungsmodelle sollen gestärkt werden, um Engpässe in der privaten Wirtschaft auszugleichen. Zur Förderung der langfristigen Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen fordern wir staatliche Subventionen für ausbildende Unternehmen sowie Mittel für Bildungsmaßnahmen.
Demokratisierung der Arbeitswelt
Wir bekennen uns zum Modell der österreichischen Sozialpartnerschaft und einer wirksamen Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer*innen durch die gesetzliche Mitgliedschaft in der Arbeiterkammer. Gemeinsam mit den Gewerkschaften treten wir für einen gerechten Anteil der Arbeitnehmer*innen am erwirtschafteten Ertrag und für das Recht auf Mitbestimmung im wirtschaftlichen und sozialen Leben ein. Nur starke und lebendige Gewerkschaften, Betriebsrät*innen und Personalvertreter*nnen sorgen für ein Kräftegleichgewicht im Interessenskampf zwischen Kapital und Arbeit, Vorstandsetagen und Beschäftigten. Angesichts des Wandels der Arbeitswelt treten wir dafür ein, dass die betriebliche Mitbestimmung forciert und ausgebaut sowie die Demokratisierung der Arbeitswelt vorangetrieben wird.
Die Demokratisierung der Entscheidungsmacht ist essentiell, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Investitionen in nachhaltige Projekte, wie Windparks statt Erdölbohrungen, sollten durch gemeinschaftlich getragene Entscheidungen geprägt sein, die das Gemeinwohl fördern. Eine Wirtschaft, die nicht nur von maximalem Profitstreben getrieben ist, sondern sich an gesellschaftlichen Prinzipien orientiert, stärkt die Basis für eine gerechtere Zukunft.
Doch es geht nicht nur um weitreichende Entscheidungen. Auch im betrieblichen Alltag muss die Demokratisierung beginnen. Ein Ausbau der Mitbestimmungsmöglichkeiten bei alltäglichen Entscheidungen trägt entscheidend zur Schaffung guter Arbeitsbedingungen bei. Mitbestimmung am Arbeitsplatz leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und zur Stärkung der demokratischen Kultur.
Als Junge Generation in der SPÖ setzen wir uns für eine Erweiterung der im Arbeitsverfassungsrecht festgeschriebenen Mitbestimmungsrechte und eine Demokratisierung von wirtschaftlichen Entscheidungen mit zentraler Bedeutung für das Gemeinwoh einl. Darüber hinaus sind Maßnahmen zur gleichberechtigten Mitbestimmung der Geschlechter essenziell. Quoten für Vorstände und Gleichstellungspläne mit konkreten Zielen können helfen, Frauen in Führungspositionen stärker zu vertreten. Denn nur eine Wirtschaft, die für die Gesellschaft arbeitet, fördert das Wohl aller und stärkt die Demokratie.